Das Beste, was man in der Welt haben kann,

    ist, daheim zu sein.

Berthold Auerbach

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Abtwil und seine Geschichte

Abtwil liegt am Südfuss des Lindenberges. Die Aussicht reicht über das Reusstal und in der Ferne glitzert der Zugersee. Rossberg, Rigi und Pilatus sind Vorposten zu einem Alpenkranz vom Eiger bis zum Säntis.

Obwohl das Gemeindewappen den Krummstab eines Abtes zeigt, deutet die Ersterwähnung  des Ortsnamens (Apwil, Apwiler, 13.Jahrhundert) eher auf eine alemannische Gründung hin. Abtwil war demnach ursprünglich die «Hofsiedlung des Appo». Gräberfunde in der Altchile, im Bollhübel und in der Leebern sind Zeugen aus der Alemannenzeit.

Als 1860 die Strasse nach Ballwil gebaut wurde, hat man in der Altchile einen Sandsteinfelsen, den sogenannten «Heidenhübel», abgetragen und das Material zum Strassenbau verwendet. Dabei entdeckte man ein alemannisches Gräberfeld, das in den Felsen eingehauen war und in dessen Bereich sogar römische Ziegel und Reste einer römischen Heizung gefunden wurden. Auch in der etwa 700 m entfernten «Klostermatt» sind römische Ziegel und Baureste zum Vorschein gekommen, sodass man mit Sicherheit annehmen kann, dass Abtwil schon zur Römerzeit bewohnt war.

Im Jahre 1748 wurde Abtwil eine eigene Pfarrei. Bis anhin gehörte der Dorfteil Altchile zur Kirchhöre des Ritterhauses Hohenrain, der Hauptteil des Dorfes jedoch zur Gemeinde Sins. Nachdem im Jahre 1742 im heutigen Dorfzentrum eine neue Kirche errichtet worden war, hat man das alte Kirchlein auf dem Heidenhubel abgebrochen. Bereits diese erste Kirche war dem hl. German geweiht, sie galt eine gewisse Zeit als gern besuchte Wallfahrtskirche zum Schutze des Viehs.